Dringender Appell an alle Einwohnerinnen und Einwohner in unseren Gemeinden!

20. März 2020

Einige wenige unter uns, zum Glück nicht die Mehrheit, scheint sich immer noch zu fragen: Wie kann eine Krankheit, an der bei uns noch nicht viele Menschen gestorben sind, derartige Maßnahmen rechtfertigen? Wieso wendet sich die Kanzlerin im Fernsehen an die Nation und erklärt eine Herausforderung für unser Land, die es seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr gegeben hat?

Wer sich tatsächlich diese und ähnliche Fragen noch weiter stellt, sollte sich nur die aktuellen Bilder aus den Krankenhäusern dieser Welt ansehen. Außerdem sollten diese Menschen sich unbedingt einmal die Zeit nehmen, die aktuellen Studien der Wissenschaftler zu dieser Epidemie, die laufend öffentlich vorgestellt werden, zu lesen. Wissenschaftler haben bestätigt, wie viele Menschen am neuen Coronavirus erkranken werden, wie viele davon voraussichtlich beatmet werden müssten und wie viele letztlich sterben könnten, wenn wir gemeinsam nichts unternehmen und uns einschränken. Vor allem aber haben sie detailliert analysiert, wie gut die derzeit angestrengten Schutzmaßnahmen wirken werden. Die Erkenntnisse sind trotzdem ernüchternd, ja sogar erschreckend. Im Ergebnis wird es auch unter großen Anstrengungen wohl nicht möglich sein, die Epidemie in diesem Jahr zu überstehen, ohne dass die Krankenhäuser massiv überfordert werden. Es gilt die sog. Risikogruppen zu schützen. Jeder Einzelne muss seinen Egoismus überwinden und an die Allgemeinheit, an die Schutzbedürftigen denken. Ziel muss es jetzt sein, die Ausbreitung der Krankheit abzubremsen, zu verlangsamen. Vergleiche mit sonstigen Grippewellen oder die Erkenntnis, dass man vielleicht nicht zu den genannten Risikogruppen gehört, zählen aufgrund der Folgen für uns alle nicht mehr.

Daher geht die dringende Bitte an Sie:

• Meiden Sie bitte Menschenansammlungen
• Verlassen Sie Ihr Haus bitte nur, um die notwendigen Angelegenheiten, wie z.B. Einkäufe zu erledigen
• Meiden Sie bitte private Feiern, auch wenn die Gästezahl gering sein sollte
• Organisieren Sie bitte keine privaten Feiern, Treffs, „Corona-Partys“ oder Ähnliches
• Halten Sie bitte genügend Abstand zueinander, z.B. an der Kasse im Supermarkt zu ihrem Vordermann
• Beachten Sie bitte unbedingt Zutrittsverbote, wie z.B. bei den Spielplätzen

Das Kanzleramt hat erklärt, dass der kommende Samstag der entscheidende Tag sein wird, um über eine Ausgangssperre für unser Land zu entscheiden. Eine solche hätte wesentlich gravierendere Auswirkungen für uns jede/n, als die zurzeit geltenden Einschränkungen. Es sollte jetzt wirklich jedem bewusst werden, dass wir große Anstrengungen unternehmen müssen, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Dabei darf es nicht sein, dass einige wenige Unvernünftige dazu beitragen, dass unser Leben weiter eingeschränkt werden muss. Corona-Partys, gemeinsames Verweilen im Park, drängelnde Personen im Supermarkt: Das Unvermögen, sich des eigenen Verstands zu bedienen, spielt mit dem Leben anderer und gefährdet die Schwächsten.